Die Siebanalyse ist aus gutem Grund keine ICC-Standardmethode, weil sie sich nicht standardisieren lässt. Die Reproduzierbarkeit einer Mehl-Siebanalyse versucht man zu verbessern, indem in 2 Stufen gearbeitet wird. Eine bessere Reproduzierbarkeit erreicht man mit dem Laser-Partikelmessgerät.

Neue Technik der Partikelgrössenbestimmung

A-22 NeXT mit Nass- und Trockendispergiereinheit

Die Siebanalyse ist aus gutem Grund keine ICC-Standardmethode, weil sie sich nicht standardisieren lässt. Allein schon Feuchtigkeitsschwankungen des Siebgutes verursachen eine erhebliche Fehlerstreuung, desgleichen unterschiedliche Fließeigenschaften. Der Siebgütegrad ist davon abhängig und erreicht nie 100 %, dafür wäre eine unendlich lange Siebzeit erforderlich, besonders wenn mehrere Siebe untereinander liegen. Die Reproduzierbarkeit einer Mehl-Siebanalyse versucht man zu verbessern, indem in 2 Stufen gearbeitet wird. Zuerst wird mit nur einem Sieb das Feinstgut, z.B. unter 90 μm ausgesiebt und im zweiten Arbeitsgang der – jetzt besser fließfähige – Übergang mit dem übrigen Siebsatz. Eine bessere Reproduzierbarkeit erreicht man mit diesem neuartigen Laser-Partikelmessgerät, universell einsetzbar zur Bestimmung der Partikelgrößenverteilung von allen Mühlenzwischen- und -endprodukten. Es ist geeignet für den Einsatz in der Qualitätskontrolle und Prozesskontrolle. Durch die flexible Programmierbarkeit des gesamten Dispergier- und Messvorgangs ist es zudem sehr gut im Bereich Forschung und Entwicklung einsetzbar.

Merkmale des Gerätes

Laser-Partikelmessgerät ANALYSETTE 22 NeXT

    schnelle Messung pulverförmiger Proben im beschleunigten Luftstrom

    für Probenmengen von unter 1 cm3 bis ca. 300 cm3

    Zerlegung von Agglomeraten mit spezieller Venturidüse

    keine Prallflächen – Schutz vor Zermahlung der Partikel

    perfekte kontinuierliche und rückstandsfreie Probenzuführung durch Hochfrequenz-Zuteilrinne

    automatische computergesteuerte Einstellung des Dispergierdrucks

    vollautomatische Messabläufe frei programmierbar

    Messbereich 0,01 - 3800 µm (NeXT Nano) bzw. 0,05 - 1500 µm (NeXT Micro)

    besonders schnell und einfach zu reinigen - ohne Werkzeug

    multifunktionale Absaugvorrichtung zur automatischen Probenabsaugung während der Messung und zur Reinigung (z. B. von überschüssigem Probenmaterial) nach der Messung

Die mitgelieferte FRITSCH Software zur einfachen Bedienung, freien Programmierbarkeit für maximale Flexibilität und effizienten Reinigung erleichtert die Arbeit und sichert die Qualität der Messergebnisse.

Vorteile gegenüber der herkömmlichen Siebanalyse

  • wesentlich schneller, gesamte benötigte Zeit einschl. Auswertung ca. 1 Minute. Deshalb Doppel- oder Mehrfachanalysen leichter möglich, die manchmal auch sinnvoll sind.
  • Reproduzierbarkeit wesentlich besser
  • höhere Auflösung des Messergebnisses bis in den Feinstbereich, der mit Sieben nicht mehr erreichbar ist.

Wie funktioniert die Lasermessung?

Optischer Aufbau

Um die Größe von Partikeln zu messen, werden sie von einem Laserstrahl durchleuchtet. Durch die teilweise Streuung des Laserlichtes entsteht hinter der Probe eine charakteristische, ringförmige Intensitätsverteilung, die von einem speziell geformten Detektor vermessen wird. Aus dem Abstand dieser Ringe wird die Partikelgröße mit Hilfe einer geeigneten Streutheorie berechnet: Große Partikel erzeugen eng benachbarte Ringe, kleine Partikel weiter auseinanderliegende. Seit 30 Jahren baut die Firma Fritsch GmbH Laser-Partikelmessgeräte mit einem speziellen, patentierten optischen Aufbau: Ein konvergenter Laserstrahl durchstrahlt die Messzelle, deren Abstand von dem Detektor je nach Probenmaterial geändert werden kann. Wird sie weit vom Detektor entfernt, überdecken die nur schwach bestreuten Lichtstrahlen den gesamten Detektor und nutzen sämtliche Kanäle zur Messung. Auf diese Weise wird grobkörniges Material optimal vermessen. Wird die Messzelle nah am Detektor positioniert, werden die stark gestreuten Lichtstrahlen der kleinen Partikel mit der vollen Auflösung des Detektors aufgenommen.

Durchführung einer Messung

Beispiel eines Messergebnisses

Grundsätzlich sind zwei unterschiedliche Messverfahren möglich. Bei der Nass-Messung wird das Probenmaterial in einer geeigneten Flüssigkeit dispergiert und kontinuierlich in einem geschlossenen Kreislauf durch die Messzelle hindurch gepumpt. Im Unterschied hierzu wird bei der Trocken-Messung Pulver in einem Luftstrom durch die Messzelle hindurch geblasen und anschließen abgesaugt. Bei einer solchen Trockenmessung wird nach Auswahl einer Standard Operating Procedure (SOP) automatisch eine Hintergrundmessung ohne Probenmaterial durchgeführt. Danach transportiert eine Vibrationsrinne das zuvor in einen Probenbehälter eingefüllte Material wohldosiert zur Messzelle, durch die hindurch dann das Material mit Druckluft hindurch beschleunigt wird. Die Software regelt hierbei automatisch die benötigte Menge des Probenmaterials. Weiter steuert die Software auch den verwendeten Druck des Luftstroms, der die Dispergierung, d.h. die Zerlegung von Agglomeraten in einzelne Partikel direkt vor der Messung, beeinflusst. Anschließend errechnet die Auswertesoftware automatisch die Partikelgrößenverteilung und ein zusammenfassender Bericht kann ausgegeben werden. Die Dauer des gesamten Messablaufs einschließlich der Berechnung liegt je nach Probe bei typischerweise 30 Sekunden bis etwa 2 Minuten. Mit dem neuen Partikelmessgerät werden Partikelgrößenanalysen eine einfache Sache – für Profis genauso wie für jeden kurz eingearbeiteten Mitarbeiter – und das in allen Einsatzbereichen.